Samstag, 21. August 2010

Die letzte Reise

Hello.
Ich bin gestern von meiner letzten Reise in Neuseeland wieder zurueck gekommen. Damit habe ich dann die fuer mich wichtigsten Punkte auf der Suedinsel abgeschlossen und muss nun mit einem weinenden und einem laechelnden Auge meiner Rueckreise entgegenblicken.

Ich habe meine Reise von Christchurch, welches sich an der Ostkueste befindet, nach Greymouth, was die groesste Siedlung an der Westkueste der Suedinsel ist. Dabei ist vielleicht zu erwaehnen dass Greymouth lediglich 12.000 Einwohner hat. Da kann man mal sehen wie duenn besiedelt Neuseeland ist, insbesondere auf der Suedinsel. Die Strecke habe ich mit einer der wahrscheinlich schoensten Zugstrecken der Welt hinter mich gelegt. Der Tranz Alpine fuehrt ueber die Southern Alps an die Ost bzw. Westkueste. Die Aussicht wahr atemberaubend. So fuhr ich also von Christchurch zuerst ueber relativ flaches Gelaende bis man die ersten Erhebungen wahrnehmen konnte. Von da an ging es steil bergauf und die Landschaft wurde immer faszinierender. So fuehrte die Zugstrecke direkt an einer Schlucht entlang, welche etwa geschaetzte 100 oder 200m tief war, und man hatte eine unglaubliche Aussicht auf den Waimakariri River. Nachdem ich in Greymouth angekommen bin und ich in ein Hostel eingecheckt habe, musste ich mich erstmal hinlegen, da ich die Nacht zuvor lediglich 2 Stunden Schlaf hatte, so kam ich dann leider nicht dazu noch etwas anderes in Greymouth zu machen, was jedoch nicht wirklich weiter tragisch ist, da man eh kaum etwas in diesem kleinen Ort machen kann.

Am naechsten Tag ging es dann um 7.30 Uhr weiter fuer mich Richtung Sueden und ich muss sagen, dass war die schoenste Busfahrt meines Lebens. Ich sass 9 Stunden im Bus, jedoch wurde es in keinem Moment langweilig, weil man von einer faszinierenden Landschaft in die naechste gefahren ist. Also wenn man die Nordinsel schon schoen findet, was ich ohne Zweifel sagen kann, dann haut einem die Suedinsel aus den Schuhen.
Nun ja, nach neunstuendiger Reise war ich dann nun in Queenstown angekommen. Queenstown ist wahrscheinlich die Adrenalinhauptstadt der Welt, wenn man das mal so betrachten darf. An jeder Ecke gibt es Angebote, wo man von irgendetwas runterspringen kann. Das Bungyjumpen wurde hier erfunden und kommerzialisiert. Im Allgemeinen betrachtet, es ist schweineteuer dort unten und man kommt in Versuchung Geld auszugeben, was ich allerdings nicht habe. Deswegen habe ich meinen Aufenthalt dort unten so knapp wie moeglich gehalten.

Am naechsten Tag habe ich dann eine Tagestour zu dem Fjord Milford Sound gemacht, und das was ich dort gesehen habe, hat alles andere wieder in den Schatten gestellt. Die Schoenheit laesst sich nicht in Worte fassen, genau so wenig wie es die vielen Fotos koennen die ich waehrend der Fahrt gemacht habe. Es ist einfach nur unglaublich. Ich habe mich noch nie so klein gefuehlt umgeben von majestaetischen Bergen und unberuehrter Landschaft. Es war einfach nur unglaublich. Ich habe diesen Tagestrip mit einer Hop on Hop off Busunternehmen, genannt Kiwiexperience, gemacht und der Busfahrer ist gleichzeitig Tourguide und Entertainer gewesen. So hat er gemeint, dass er an einem Tag vom Milford Sound nach Queenstown fliegen musste, da es ein Problem mit dem Bus gab, und er hat, ich zitiere Woertlich "einen Boner" bekommen, was so viel heisst wie eine Errektion, trotz dessen dass er diese Tour schon seit einiger Zeit faehrt. Ich muss auch sagen, dass ich mich irgendwann wieder gefunden habe, wie ich nur noch mit offener Kinnlade am Fenster hing und die Landschaft bewunderte. Es war zum heulen schoen.
Direkt dann am Milford Sound erwartete uns dann eine Schiffsreise in dem eigentlich Fjord und die Landschaft blieb immernoch atemberaubend. An Bord hatten wir dann erstmal ein freies Buffet, was natuerlich grossartig war, da man als Backpacker nur von Instant Noodles und anderem schlechten, jedoch billigem Essen lebt. Waehrend der Tour hatten wir dann das Glueck auf Delphine und Robben zu stossen, was nicht die Regelmaessigkeit darstellt. An dieser Stelle faellt mir ein, dass ich immer ziemliches Glueck mit meinen Reisen hatte, so ist die Westkueste fuer extremen Niederschlag bekannt, jedoch als ich aufgebrochen bin, war strahlender Sonnenschein. Genau so fuer den Milford Sound, dieser ist eigentlich der dritt feuchteste Ort der Welt, jedoch schien die Sonne groesstenteils als ich dort war. Nach der Tour hatten wir dann noch die Moeglichkeit ein frei schwimmendes Unterwasserobservatorium zu besuchen, was ich natuerlich auch gemacht habe.
Auf der Rueckreise nach Queenstown war unser Bus der letzte der den Milford Sound verliess. Jedoch vor uns hatte der Motor eines anderen Busses den Geist aufgegeben, was bedeutete, dass wir die Insassen dieses Busses aufnehmen mussten, was zur Folge hatte, dass neben mir, dann auch noch 20 andere Personen im Bus stehen mussten. Also, man sieht, Neuseeland ist ein Land in dem man Erfahrungen macht, die man niemals in Deutschland machen koennte.

Nun ja, ich muss nun doch schlussendlich sagen, ich habe mich in dieses Land verliebt und es zu verlassen wird mir sehr schwer fallen. Ich werde meine letzten Wochen noch in Christchurch verbringen, bis ich dann irgendwann wieder zu Hause ankommen werde. Also, mein naechster Post wird dann wieder aus Deutschland sein. Wir sehen uns dann also bald wieder. Haltet euch bereit, ich komme wieder. XD
Also bis dahin.
Liebe Gruesse

P.S.: Hier nochmal eine Karte von der kompletten Reise.


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Donnerstag, 5. August 2010

Der letzte Monat

Hey ihr,
wie ihr sicherlich wisst rueckt mein Aufenthalt hier in diesem schoenen Land nun allmaehlich dem Ende entgegen und es ist vielleicht an der Zeit schon ein kleines Resumee zu ziehen. Ich bin jetzt hier in Christchurch gestrandet und habe wohl die beste Zeit meines Lebens hier erlebt. So viele nett Menschen haben meinen Weg gekreuzt und ich bin froh das sie meinen Aufenthalt wundervoll gemacht haben.
Vor 3 Tagen musste ich nun auch die letzte Konstante hier in Neuseeland verabschieden. Allison, wahrscheinlich eine der besten Menschen von denen ich die Ehre hatte kennen zu lernen, hatte ihren Weg wieder zurueck in die USA gemacht und uns vor einen sehr traurigen Abschied gestellt. Das ist wohl der beschissenste Teil am Reisen bzw. Backpackerdasein. Man muss sich frueher oder spaeter von den Leuten verabschieden, die man lieb gewonnen und in sein Herz eingeschlossen hat. Und wenn dann noch die Personen ausserhalb von Europa leben, dann ist es nicht mal eben moeglich sich in einen Zug zu setzen und sie zu besuchen, deswegen weiss kann man eben nicht sagen ob man diese Menschen jemals wieder sehen wird.
Ich arbeite immernoch im Frienz Backpackers als eine Reinigungskraft und spare mir damit meine Unterkunft bezahlen zu muessen. Ebenfalls habe ich nun letztendlich meine letzte Reise ueber die Suedinsel geplant, ueber welche ich noch ausfuehrlich berichten werde. Genau so habe ich meine Rueckreise nach Deutschland organisiert. Jetzt erhofft ihr vielleicht ein Datum zu erfahren, jedoch wird das eine Ueberraschung werden, wenn ich mich mal spontanerweise vor eurer Tuer stehe.
Ich habe mittlerweile auch endlich mal eine Rueckmeldung der TU Dresden bekommen, welche besagt, dass ich Lehramt und Englisch studieren duerfte, jedoch nicht Gemeinschaftskunde, was fuer mich ausschliesst an dieser Uni zu studieren, zumindest fuers erste. Ich warte jetzt noch auf eine Antwort der Uni Leipzig um dann zu entscheiden was ich machen will. Jetzt da ich so viel Zeit im Ausland und an verschiedenen Orten verbracht habe, kann ich mir kaum vorstellen laenger als 1 Jahr an einem Ort zu bleiben. Ich muss mir bald mal klar machen was ich genau machen will, was vielleicht ein bisschen schwierig ist, da ich im Ausland bin und ich mich nicht so schlau ueber Angebote von Universitaeten in Deutschland schlau machen kann, wie in Deutschland.
Nun ja, einmal wieder ein kurzes Statement von mir.
Lg Benny